28. Juli 2019

Das Revier

 

Loviste – das heißt übersetzt: (Jagd) – Revier.

Unsere Schildkröte zumindest sieht das wohl so. Sie ist ein Er ! und lebt seit 4 Jahren hier. Täglich dreht sie ihre Runden in der Bucht, tingelt von Reuse zu Reuse, von Restaurant zu Restaurant. Für uns bleibt es phantastisch, dass wir sie nahezu jeden Tag sehen, denn man muss schon auch zufällig in die richtige Richtung geschaut haben, wenn sie gerade wieder kurz zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommt. Einmal hätten wir sie fast mit der TELL angefahren!

„Rechts, rechts, Ulli, fahr rechts !!!“, schrie Geert.

Da schwamm sie, höchstens 1,5m unter der Wasseroberfläche, direkt neben unserem Rumpf raus aus der Bucht von Loviste. Da wird einem wirklich Angst um sie.

Ein anders Mal fuhren wir mit dem Schlauchboot vom Supermarkt über die Bucht zurück und sahen sie 2m tiefer direkt unter uns durchs Wasser schweben. Und selbst im Sturm, morgens um 5:30 Uhr, zeigte sie sich uns direkt neben unserem Schiff zwischen den Wellenbergen.

Besonders stolz sind wir auf das Unterwasserfoto von ihr. Mit vereinten Kräften (Ulli im Ausguck, Geert im Wasser) haben wir es geschafft, dass Geert sie unter Wasser fotografieren konnte. Sie ist scheu und taucht schnell ab – hoffentlich gelingt ihr das auch noch sehr, sehr lange und immer wieder rechtzeitig.

Unsere Warnung zur besonderen Vorsicht wird nun hoffentlich über den SKIPPERTIPPS Newsletter August 2019 weiter unter Seglern verbreitet. 

Nun erwarten wir gespannt das Ergebnis von Ullis Interview mit einer Redakteurin des Yacht-Magazins zum Thema Plastikmüll, das sie ihr vor wenigen Tagen von Loviste aus gab. Wer weiß, ob wir nun einen guten Rückenwind für unseren Blog sailorsforfuture.com bekommen …

 

Loviste ist auch für uns so eine Art Revier. Die vielen Wochen, die wir hier verbracht haben, waren auf jeden Fall ausgesprochen ertragreich – reich an Erkenntnissen, reich an neuen Bekannten und Freunden, reich an Veränderungen und positiven Entwicklungen.  

Dank unserer zukünftigen Nachbarn und Beherbergungskollegen Vera und Suljo stehen wir nun in Verhandlungen mit einem sehr guten Handwerker und in seinem Gefolge mit mehreren anderen Gewerken. Das gibt uns ja ein sehr zuversichtliches Gefühl!

Gemeinsam erschließen wir uns die Landeskategorien für3- und 4-Sterne Apartmani oder das EU-Ecolabel, wir wälzen Internetseiten über Kleinstfahrzeuge oder Wasseraufbereitungsanlagen und geniale, südafrikanische Wasser-Aus-Luft-Zaubermaschinen.

Langeweile kommt da so schnell nicht auf.

Der Verkauf unseres Schiffes läuft auf Hochtouren – umso wohltuender sind die besagten Pläne für Haus und Hof, denn der bevorstehende Abschied hat doch so manchen unserer sonnigen Tage getrübt.

In diesem Zusammenhang profitieren wir von unseren neuen, sehr liebenswürdigen Freunden Uschi und Walter, die uns wieder mitgenommen haben zum Treffen des Internationalen Clubs Korcula und uns ihre wunderschönen Felder und Wohnsitze gezeigt haben. Zu diesem Zweck übernachteten wir in einer kleinen Bucht vor der Insel Korcula, genau gegenüber von unserem Prigradica!

In Loviste ist jetzt echte Hochsaison und insbesondere montags fallen hier Schiffe ein wie die Heuschrecken. Dann liegen wir von einem Moment auf den anderen mit bis zu 53 Seglern und Motorbooten zusammen. Dabei kommen im allgemeinen Gedrängel nicht nur grölende Russenhorden aus der Deckung sondern zum Beispiel auch solche hinterletzten Sturköppe wie diese hier:

Ein „Skipper“, der am Abend als letzter ankommt,

sich entgegen der Bitten seiner Nachbarboote mit den Worten:

„Wenn’s euch zu eng ist, könnt ihr ja ablegen!“ an eine Boje hängt, die jetzt keinem mehr genug Platz zum Schwoien lässt,

der dann nachts auf Tuchfühlung mit diesen Worten noch frech eins drauf setzt:

„Wir haben genug Platz.“

Den haben wir aber gemeinsam mit dem betroffenen Segler in die Flucht geschlagen! Wozu hat man schließlich einen Suchscheinwerfer, Handys und Funkgeräte?! Endlich, um 2.00 Uhr früh, zogen diese Egomanen endlich Leine 👍 – und wir waren um eine Flasche guten österreichischen Zweigelt reicher.

Das heutige Sturmwochenende erinnert uns fatal an den Monat Mai. Allerdings kann man jetzt schwimmen und unter Wasser nach dem Rechten sehen. (Unser Bojenblock ist „nur“ 30 cm gewandert … und hat zum Glück einen Sandhaufen vor sich hergeschoben, der ihn jetzt hoffentlich am Weiterwandern hindert!) Den Nachbarseglern ist das Dingi weggetrieben, andere Nachbarn haben sich etwas in den Propeller eingefangen. Wir haben keine Probleme, … wenn man mal von unserem Bettbezug absieht, der von Bord geweht war … und von dem fehlenden Schlaf aufgrund 24 Std. permanenter Ankerwache bei Windstärke 6-7 plus Gewitterwarnung.

Aber alles andere ist Entspannung, Atemübung, Freude und Urlaub!

P.S. Das ist meine aktuelle Lieblingsseite (Geert) =>  polaris.com/en-us/

Dort findet man(n) alles was man in Kroatien auf  und abseits der Straße, im Winter in und auf dem Wasser brauchen kann.  🙂 

😉 ich find’s auch total geil 😉

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2 Comments

  • Hallo Ihr Lieben, Eure Bilder sind wunderschön und wir warten immer schon ganz gespannt auf den neusten Bericht. Naja, Verrückte gibt es ja überall auf der Welt aber von denen darf man sich einfach nicht die gute Laune verderben lassen. Die Stürme sind ja wirklich heftig, nichts für Landratten 🙂 und Ihr habt das Glück immer wieder die Schildkröte zu sehen, einfach super.Ich freue mich wenn ich sie auch einmal beobachten darf. Wünschen Euch noch eine schöne Zeit.
    LG Vera und Gerd

  • Ein Hallo nach Loviste, Eurem Revier für immer wieder spektakuläre Überraschungen mit einer hinreichenden Ausbeute interessanter und schöner Aufnahmen Eures Alltages, den Ihr Urlaub nennt 🙂 Ob nun 7 Windstärken selbst tagsüber soo herrlich sind, vermag ich für mich nicht ganz nachzuvollziehen. Offenbar seid Ihr auch mittlerweile Künstler darin, in völlig überfüllten Häfen ohne weitere materielle Schäden an- oder abzulegen. Dafür gebührt Euch ja wohl Bewunderung. Ich selbst meide enge Parklücken, wo immer möglich, gehe den Rest lieber zu Fuß – übers Wasser zu gehen solltet Ihr also noch lernen, um den Horden ungehobelter Skipper zukünftig aus dem Wege gehen zu können…..Humor ist, wenn man trotzdem lacht, und genau in diesem Sinne wünsche ich Euch noch ein paar wunderschöne, fröhlche Sommertage, Sonnenauf- und -untergänge am Mittelmeer, letzte beeindruckende Impressionen und Begegnungen, die Euch – neben all Euren neuen Plänen und Vorbereitungen – mental gut durch den Deutschen Winter begleiten.
    Herzliche Grüße aus dem Frühherbst des Bergischen Landes
    Britta

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