14. April 2019

Der 7. Tag

Sonntag, Tag des Herrn.

Wir tun nichts – fast nichts, liegen hier im wunderschönen Telascica Naturpark an unserer alten Stelle vor Anker, – nach dem 77. Versuch hielt der Anker endlich. Hinter uns liegen zwei stramme Segeltörns mit Windstärken 6-7 aus Nordost. Sahnemäßig! Gut gerefft und ohne zu kreuzen sind wir in Richtung Süden gejagt. Da lacht das Seglerherz! An sich ist das Schiff mit seinen 6-8 kn nicht viel schneller als Fahrradgeschwindigkeit (zur Umrechnung km/h mit ca. 2 multiplizieren). Aber der Mordswind plus Fahrtwind geben einem das Gefühl extremer Geschwindigkeit und geradezu zu fliegen.

Windstärke 6,5

Da lacht das Seglerherz!

Die Wetterlage verhalf uns zu spektakulären Durchblicken bis zum Festland hinüber. Zum Beispiel hier, bei Sali, im Süden der Insel Dugi Otok. Da kann man sich gut vorstellen, wie die Bora im Spätsommer/Herbst von den hohen Bergen ungebremst ins warme Wasser saust und hier alles zum Zischen bringt.

Kurz vor der Einfahrt nach Mali Losinj war es Mal wieder so weit: Schon zum 2. Mal erleben wir eine Polizeikontrolle auf dem Wasser. Diesmal war es ein echt großes Schiff!

Es hielt voll frontal auf unseren Bug zu –  da wird man dann schon von selbst langsam. Dann wurde ein Casher herübergereicht, in den wir unsere Bootspapiere legten. Hier geht es um die Nachweise, dass das Schiff beim Kauf versteuert wurde, dass wir die satte „Kurtaxe“ und die Steuer für dieses Jahr gezahlt haben, ob wir im Besitz der notwendigen Bootsführerscheine sind … – viele gestempelte Papiere … Sie schauen hin, ob das Schiff ordnungsgemäß mit einem Rettungsring ausgestattet ist und weiß der Himmel was noch.

Zum Glück kommen sie nicht an Bord.

Alles palletti!

Total nett war wieder einmal der Aufenthalt in Mali Losinj. Da die Saison noch nicht eröffnet ist, fehlen im Stadthafen viele Mooringleinen und auch die Strom /Wasser-Versorgungssäulen waren noch winterlich verpackt. Also durften wir an die steinerne Kaimauer. Das ist um vieles angenehmer, denn dort fahren keine Autos und das „Lido“ mit seinem witzigen mazedonischen Kellner ist auch gleich vor der Tür. Hier haben wir sehr bequem zwei regnerische Tage abgewettert. In Ermangelung eines geöffneten Waschraums kamen wir gleich mal in den Genuss unseres eigenen Bordduschbades. Da wir ja für den Platz an der Mauer zahlten und mit Strom und Wasser versorgt wurden, war alles bestens: Warmes Wasser satt und Haare föhnen, ohne die Batterie zu schröpfen. Der Marinero organisierte uns einen Wäscheservice vom Krankenhaus – waschen, trocknen, bügeln. Also das nennen wir Urlaub!

Wie bestellt: TELL voll in der Einstellung der webcam

Eine tolle Überraschung war das fast genau gegenüber der TELL liegende Museum des Apoxyomenos und wir machen hier sehr gerne darauf aufmerksam. Nicht nur, weil wir (solange keine chinesischen Verhältnisse ausbrechen) viel Spaß mit der Webcam hatten, die auf dem Museumsdach installiert ist und genau auf uns zeigte. Das Museumskonzept ist einfach klasse.

Der Athlet „Apoxymenos“

Ab morgen erwarten wir viele Sonnentage. Wir liegen hier im Telascica Naturpark praktisch am nördlichen Eingang zum Nationalpark der Kornaten. Unser Plan war es, wegen des deftigen Tagespreises auf jeden Fall gutes Wetter abzuwarten. Aber es kommt viiiiiiel besser: Die diesjährige Preisgestaltung –  oder sollten wir gleich Preiserhöhung sagen?? – ist noch nicht verabschiedet und wir zahlen im Moment weder hier noch in den Kornaten auch nur einen Cent Besichtigungsgebühr.

Das ist mal eine Vorsaison!

Also mampfen wir leckeren Waldspargel und Blumenkohl, wandern durch verwilderte Olivenplantagen und genießen den Sonntag in einem derzeit plastikmüllfreien Ankerparadies.

Print Friendly, PDF & Email

4 Comments

  • Die etwas winterlichen Bilder aus Mali Losinj wollten so gar nicht zu unseren Erinnerungen vom letzten September passen!! Aber Ihr habt ja offenbar das Beste daraus gemacht (Wäsche, Museum, Restaurant) Und danach das tolle Segeln in Richtung Kornaten- da wird man fast ein bisschen neidisch!!Euren Waldspargel hätten wir doch auch gerne probiert! Habt Ihr gehört, dass Notre Dame brennt? Da stockt einem der Atem, und man hofft, es seien fake-news — Macht es gut, auch mit und bei den Freitagsdemonstranten! Ma-Pa

  • Wow, was für ein Teppich! Wer in aller Welt hat das phantasievolle Design entworfen? Diese leuchtenden Farben erinnern mich an den Jardin Majorelle, ein Paradies. Zauberhaft.

  • Guten Morgen lieber Geert,
    zum Geburtstag schicken wir die allerherzlichsten Glückwünsche. Wir wünschen Dir – zusammen mit Ulrike – eine super tolle Zeit mit vielen erlebnisreichen Tagen – einfach alles Gute, viel Gesundheit und eine große Portion Glück für das neue Lebensjahr.
    Pass gut auf Dich auf und sei ganz lieb gegrüßt von uns beiden.
    Wir sind stolz einen Sohn wie Dich zu haben.
    Deine Mama und Dein Papa
    Lieben Gruß an Ulrike

  • Hallo Ihr zwei!
    Wir haben uns gerade angesehen Euren neuen Ankerplatz. Ihr habt eine große Strecke zurück gelegt. Papa hat gesagt das es da sehr gut aussieht!.
    Einen schönen Abend im Meridianen Restaurant.
    Viele Grüße von uns!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.