28. August 2019

In Summe

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Seemeilen mit der TELL gesamt:

2863 sm / 5302,3 km

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Mehr oder weniger – Zahlen zu diesem Törn. Und ein Schlusswort.

Seemeilen: 873 sm: / 1616,8 km

Motorstunden: 181

Höchstgeschwindigkeit: 9,2kn

Stärkster Wind: 33 kn / 7bf / Steifer Wind

Höchste Temperatur: 35°

Niedrigste Temperatur: 12°

 

(An-)Sammlungen:

6 Rezepte notiert

1,5m³ Plastikmüll gesammelt

2 Medienberichte bewirkt

Bücher 8 / Geo Epoche 3 gelesen

Sternschnuppen 12

4 TV Sendungen geschaut

132 Kommentare erhalten

 

Verloren und/oder (wieder-)gefunden:

Sonnenbrille – futsch

Rasiergerät – futsch

Bettbezug – wieder rausgefischt

Kissenbezug – futsch

Putzlappen – futsch

Ankerball – geklaut

Paddel – wiedergefunden

Schwimmring – rausgefischt

Gangway – gefunden

 

Bestimmung von Lebewesen:

60 Meeresbewohner

15 Obstbäume

37 Wildblumen + 8 n.n.

3 Bäume

 

Best of  Tierwelt:

Delphine (viele)

Tonnenschnecke 2

Stachelrochen 1

Schakale (viele)

Karettschildkröten

Segelfalter (viele)

Schwalbenschwänze (viele)

Quallen 2

Thunfische 4

 

Skurriles:

Ratte an Bord

Von der Bojehalterung abtreiben

Ein Fels kracht zusammen

Jemand klaut den Ankerball 

Geblitzt werden von einer Mig 21

Feuerwürmer

Finchens Sprung ins Nichts — Platsch 😉 !

 

Schönste Plätze:

Lastovo

Kornaten

Telascica

Museum Mali Losinj

Alle Buchten, in denen wir allein waren

 

Scheußlichste Plätze:

Vieste

Müllhalde Ubli

Das Gebüsch, in dem der Kettenhund hausen muss

Kroatien im Mai

Alles mit viel Schwell

 

Schönste Erinnerungen:

Sternschnuppen an Deck mit Greta

Die ersten 3 Wochen

 

Schlechteste Erinnerungen:

Toiletten in Vieste

Manövrieren mit rutschendem Anker

Aufwachen ohne Halt an der Boje

 

Bescheuertste Tätigkeiten:

Nachtwachen schieben

17 Mal ankern, bis der Anker hält

Pippi machen fahren

 

Lieblingstätigkeiten:

Am Wind Segeln bei 4bf

Im Cockpit abhängen

Baden und Schwimmen

Weiterfahren

Sonnengaze runterrollen

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Oberbayern hat uns wieder. Und erst hier gelingt es uns zu realisieren, was wir in diesen haargenau fünf Monaten alles erlebt haben.

Das war eine unglaublich intensive Zeit!

Allein die Begegnungen mit Menschen, von deren Existenz wir sonst gar nichts Genaueres gewusst hätten – Robert zum Beispiel. Oder Marcelino und Marcella vom PortoRosso. Oder das Wiedersehen mit den alten Freunden in Orebic: Immer wieder Ilona & Stanley, Marikka und Hartmud. Das ist doch phantastisch.

Mit Blick auf unsere nahe Zukunft aber sind es Uschi & Walter und Vera & Suljo. Da wurden uns doch tatsächlich neue Freunde geschenkt, Menschen, die es wirklich ernst mit uns meinen und das auch zeigen – unvorstellbar, ohne unser filmreifes Dalmatinisches-Steinhaus-Abenteuer mit Bernd und Monika in Cikatica.

Was ist uns da bloß Tolles vor die Füße gefallen?!

Dahinter verbirgt sich ja zusätzlich ein feines, dichtes Netz aus vielen weiteren Persönlichkeiten, allein Ruth und der Internationale Club Korcula oder Sandra und Iwan aus Viganj und natürlich Miodrag und seine Frau. Begegnungen dieser Art kann man vielleicht nur in einer solchen ländlich geprägten und vielfach auf sich selbst gestellten Inselwelt erleben. Diese Menschen wollten wissen, wer wir sind – das war für uns als Segler, ohne Auto und später sogar ohne Schiff !! eine ganz besondere Vertrauensfrage. Wir verdanken ihnen allen eine Menge wahrer und lebensfroher Momente, direkt aus dem Vollen geschöpft.

Und doch haben wir auch schon die doppelbödige, mit Vorsicht zu genießende, durchaus feurige Seite des Balkans kennengelernt. Die Zoltans, Zorans und Alens bleiben uns zunächst einmal als Ereignisse in Erinnerung. Da wir sie ja alle auch wieder vor uns haben 😉 lässt sich –  mit einem deftigen Schuss Bayern plus einer Prise Latino-Timing – der Umgang mit ihnen wohl bewältigen.

Wir haben unser Schiff verkauft.

Es ging so schnell, dass es – kaum beschlossen – auch schon abgeschlossen war. Von Oberbayern aus fühlt sich das schon deutlich besser und richtiger an als zuletzt noch mit dem Mittelmeer ständig vor den Augen.

Aber noch auf Korcula erlebten wir, dass starker Wind einfach nur schön sein kann – eine Abkühlung, eine Erfrischung, ein Wetterwechsel.

Nichts weiter als das.

Es tat gut, den starken Wind einfach nur wahrzunehmen, zuzuschauen, was er tut, und ihn sogar willkommen zu heißen.

Hier in unserer bayrischen Waldstille bemerkten wir schon gleich am ersten Abend, dass es ja gar kein Wasser mehr um uns her gibt. 5 Monate direkt auf dem Wasser sind eine lange Zeit. Es plätschert und schaukelt und eröffnet jeden Morgen aufs Neue jede Menge freien Raum. Aber wir wissen auch genau, dass wir nun gar nicht mehr als erstes mit dem Schlauchboot an Land fahren müssen morgens. Wir machen einfach nur die Haustür auf und die Hunde rennen raus.

Und wir können die PCs ungestraft anlassen – sie verbrauchen nämlich weder Datenvolumen des handys noch Strom von der Hauptbatterie.

Und: Wir können das Wasser aus der Leitung trinken! Schluss mit dem Plastikflaschenschlepperei!

Nach 5 Monaten freuen wir uns jetzt auch über etwas mehr Abwechslung auf dem Teller. Eintopf ist lecker, aber es gibt ja noch so vieles Leckeres anderes mehr …

Niemand kann uns nehmen, was wir erlebt haben. Fünf Monate auf einem Schiff leben, auf dem eigenen Schiff – das haben wir gemacht. Unser unverhofftes Wiedersehen auf Lastovo mit Harald von der Bora Bora hat bereits bewiesen: Wir sind auch für unsere Freunde aus Funtana gewiss nicht aus der Welt! Nun liegt eine aufregende Zeit vor uns rund um Peljesac, Korcula, Mljet und Lastovo. Hier haben wir uns ausgiebigst mit der TELL aufgehalten und diese Inseln von der Seeseite aus kennengelernt. Das verbindet uns ganz sicher für immer und auf eine ganz besondere Weise mit diesem wunderbaren Revier.

Wir werden es auch weiterhin seeseitig abklappern – mit Mali San und anderen Schiffen, die bereits konkret auf uns warten. 

 
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