Kochrezepte

An Bord habe ich zwei Gasflammen. Am liebsten kochen wir aber in einem einzigen großen  Topf /einer Pfanne – schon allein wegen des reduzierten Abwaschs. Oft muss man improvisieren und Zutaten oder Reste zusammenwerfen, von denen man noch gar nicht wusste, dass sie gut zusammen schmecken. Eine Waage haben wir nicht. „π mal Daumen“ und „Mut zur Lücke“ klappt meistens.

Zutaten, die sich an Bord ständig bewähren, sind z.B.:

Kartoffeln, Süßkartoffeln, Zwiebeln, Fenchel, Kürbis, Kohlrabi, Sellerie, Aubergine, Weißkohl, Wirsing … prinzipiell alle Gemüse, die fest verschlossen wachsen oder Knollen sind.

Alles, was viel Wasser enthält, wie z.B. Zucchini, Tomaten, Möhren, muss relativ rasch verzehrt werden.

Kichererbsen, Kidneybohnen, Linsen, Mais, Pilze u.ä. haben wir in Dosen dabei (kein Glas wg. Bruchgefahr).

Cranberries, Nüsse, Oliven oder Kapern oder ein Schuss Wein verfeinern jeden (vegetarischen) Geschmack. Das gilt auch für Kokosmilch in Dosen.

Frisches Fleisch ist bei uns an Bord ein NoGo. Wer Fleisch und Fisch essen möchte, kann das an Land überall tun. Geräuchertes hält einigermaßen lange. Fisch in Dosen – gönnen wir uns ab und zu. Wir haben viele Päckchen Mandel-Nuss-Tofu gebunkert. Schön klein gewürfelt und braun angebraten schmeckt es gut. 

Couscous, Risottoreis, Spaghetti oder Brot eignen sich als Beilagen.

Wir haben einige Gewürze dabei, aber zur Not tun es eine Prise Zucker, Salz und Pfeffer, Kräuter der Provence und Gemüsebrühe auch. Rund ums Mittelmeer wächst überall frischer Rosmarin.


 

WaldspargelSpaghetti

So viel Waldspargel wie vorhanden (zwei Hände voll)

2 große Knoblauchzehen

Kirschtomaten nach Belieben (2 Hände voll)

Basilikumpesto (oder ein anderes mediterranes Pesto)

Spaghettini Barilla Nr. 3

Parmesan (oder Schafskäse)

Spaghettiwasser aufsetzen. Nudeln kochen.

Inzwischen den Waldspargel verlesen. Dafür den unteren, verholzten Teil großzügig abschneiden. Man merkt es beim Schneiden mit der Schere, ob die unteren Teile des Stängels sich leicht oder eher noch wie Holzstängel schneiden lassen. Es muss sich weich anfühlen.

Den Rest waschen und in 3-5cm lange Teile schneiden.

Die Knoblauchzehen schön klein schneiden, zusammen mit dem Waldspargel gut 5 Min. lang mit Butter in einer Pfanne anbraten (ab und zu wenden), bis der Knoblauch braun wird. Deckel drauf, Flamme abdrehen,

In der Zwischenzeit die Kirschtomaten vierteln und dann mit in die Pfanne geben, damit sie warm und etwas weich werden. Deckel nicht vergessen.


 

Die garen Nudeln abgießen, zurück in den Topf geben, ein Glas Pesto darüber kippen und im Topf gut unter die Nudeln rühren.

Mit Parmesan servieren.


 

Currypaste für ein leckeres Curry

1 gehäufter EL gemahlener Koriander 

1 EL gemahlener Cumin (Kreuzkümmel)

1 EL gemahlenes Kukuma

2 getrocknete Chilischoten (ganz klein zerdrücken, damit die Kerne herausfallen 

1/2 TL Salz 

1/2 TL gemahlener bunter Pfeffer

1/2 TL mittelscharfer Senf

2 klein gehackte Knoblauchzehen (frisch ist besser als Pulver!)

1 EL fein geschnittener Ingwer (frisch ist besser als Pulver!)

1 EL Apfel- oder Birnenessig

2,5 EL Rapsöl

Alles schön zu Brei vermischen, dann ab in den Topf und – wenn vorhanden – in Kokosmilch einrühren.

Gemüsezutaten für das Curry: Was gerade da ist


 

Ratatouille (für 2 Pers.)

Olivenöl

1-2 Knoblauchzehen (nach Gusto)

Pilze (falls vorhanden)

1 große Aubergine

1-2 Zucchini

2 große Tomaten

Tomatenmark

Paprikapulver süß

Kräuter der Provence /Rosmarin

Kräutersalz

Gemahlener (bunter) Pfeffer

Weißer Yoghurt

Baguettebrot / Weißbrot

Alles Gemüse in Scheiben schneiden (Auberginen ca. einen knappen Zentimeter, Zucchini weniger dick). Olivenöl erhitzen. Ab jetzt bleibt der Herd heiß (auf höchster oder zweithöchster Stufe, bei einer Gasflamme muss man schauen), denn das unterste Gemüse soll leicht anbrennen.

Die Pilze so auf dem Pfannenboden verteilen, sodass noch möglichst viele Auberginenscheiben darauf Platz finden. Knoblauch kleinschneiden oder pressen und einigermaßen überall verstreuen. Die Auberginen im Öl andrücken und auch von oben mit Öl beträufeln, sodass sie schön vollgesaugt sind. Sie bilden nämlich da unten die geschmackliche Grundlage. Jetzt alle Scheiben salzen und pfeffern (ich mach das immer so, dass ich mir vorstelle, wie mir die einzelne Scheibe gut schmecken würde). 

Jetzt die Zucchinischeiben darüber schichten, danach die Tomatenscheiben. Jetzt wieder salzen und pfeffern,  dazu Paprikapulver, Kräuter der Provence (ruhig reichlich) und eine Runde Tomatenmark im Kreis aus der Tube herausquetschen. Die letzte Gemüseschicht bilden die restlichen Auberginenscheiben, mit Öl beträufelt, gesalzen und gepfeffert.

Deckel drauf. Nicht rühren. 5-10 Minuten einkochen lassen, bis es deutlich angenehm angebrannt riecht. Jetzt einen Schuss Wasser dazugeben. Deckel wieder drauf. Nicht rühren und wieder einige Minuten köcheln lassen. (Das Anbrennen und Einköcheln dauert von Beginn an ca. gut 15 Min.)

Jetzt mit dem Bratenwender die unterste Auberginen-Pilze-Schicht nach oben heben und die obersten Auberginen nach unten. Schön ordentlich Stück für Stück, bis man möglichst alle dunkelbraunen Auberginenscheiben sehen kann.

Deckel drauf, weiter einkochen lassen. Nur bei Bedarf einen weiteren Schuss Wasser dazu. Eigentlich soll das Gemüse im eigenen Saft einköcheln – aber eben nicht verbrennen.

Ab und zu rühren, um ein Gefühl für Konsistenz und Farbe zu kriegen. Das Essen ist fertig, wenn alles Gemüse eine dunkelbräunliche, rötliche Färbung angenommen und insgesamt eine dicke, weiche Konsistenz hat.

Mit Baguettebrot und weißem Joghurt servieren. Sauce aufstippen – !! mmmh …


 

Fischpfanne (einfach)

Olivenöl

1-2 Knoblauchzehen

2 große Zwiebeln (oder mehrere kleine)

4/5 Tomaten

Fisch 

Eingelegte Kapern / oder Oliven

Salz und Pfeffer

Die Kartoffeln schälen und aufsetzen. 

Knoblauch klein schneiden  (oder pressen). Zwiebeln in dünne Ringe schneiden. Tomaten in kleine Stücke schneiden. Den Pfannenboden gut mit Öl bedecken. Knoblauch und Zwiebeln anbraten/anbräunen, Tomaten dazu, Fisch und eine Handvoll Kapern dazu, vorsichtig salzen (Kapern sind sehr salzig) und normal pfeffern.

Nach 15-20 Min. ist alles zusammen fertig.

Fischpfanne (etwas aufwändiger)

Fisch(filet)

Zucchini, Paprika, Aubergine, Tomaten, Fenchel, frische Pilze

1 große Zwiebel

2 große Knoblauchzehen

Frischer klein gehackter Rosmarin, viel Petersilie (ganze Stängel), Kräuter der Provence, Lorbeer, gemahlener Pfeffer, Salz (oder Gemüsebrühe)

Tomatenmark (kleine Dose oder Drittel Tube)

Rotwein, 

O-Saft

Eine gute Prise Zucker

Gemüse in grobe Stücke schneiden

Zwiebeln  im Öl anbräunen. Tomatenmark dazu geben, den Fenchel darin angaren. Lorbeer, Paprika, Knoblauch und die Hälfte des zerkleinerten Rosmarins dazu geben.

Ca. 3 Min. kochen lassen

Nach und nach alles andere Gemüse dazu geben und sofort zuckern sowie die Hälfte der Petersilie.

Deckel drauf und dabei bleiben. Nach 5 Min. den Rest Rosmarin dazu geben.

Rotwein unterheben, salzen (oder Gemüsebrühe), mit O-Saft abschmecken. Rest der Petersilie und die Fische oben drauf legen. Deckel drauf, der Fisch ist nach 3 Minuten gar.

Mit Baguettebrot und Parmesan servieren (andere Beilagen schmecken auch dazu, z.B. couscous oder Reis). Die Petersilienstängel kann jeder jetzt wieder rausfischen!


 

Wirsing Provencale

Zutaten:

1 kleiner oder 1 halber großer Wirsing

2 große Tomaten

2 mittelgroße Zwiebeln

2 Möhren

1 Aubergine

6-8 frische Pilze (oder ein Glas öffnen)

3 Lorbeerblätter

Pfefferkörner

1 TL Gemüsebrühe

Geräuchertes (falls zur Hand)

Einen großen Topf bereitstellen.

Die äußeren Blätter des Wirsings verlesen oder entfernen. Den Wirsing halbieren, die harten Strunken entfernen, dann beide Hälften jeweils in gut 1 cm breite Streifen schneiden. In einem Sieb aufbewahren.

Tomaten mit dem Sparschäler schälen und ganz in den Topf geben. Zwiebeln enthäuten und ganz in den Topf geben. Möhren,  Aubergine und Pilze grob klein schneiden. Lorbeerblätter und Pfefferkörner in den Topf geben. Es sollten eher zu viele als zu wenige Pfefferkörner sein, das Essen soll schön pfeffrig schmecken. Darauf den Wirsing schütten, die Gemüsebrühe und ca. ½-3/4 Liter Wasser dazugeben.

Mit einem Deckel bedecken und köchelnd garen.

Dauert ca. 15-20 Minuten (der Wirsing sollte nicht zu labberig werden, sondern lieber etwas knackig bleiben, die Zwiebeln sollten aber ganz weich gekocht sein).

Nach Gusto in den letzten 7/8 Minuten Mettenden, Kassler oder Schinkenspeck unterheben. Dann aber auf keinen Fall nachsalzen!

Oder eben nur den Wirsing unterheben – schmeckt  nämlich auch ohne Geräuchertes bestens. 

Wird mit Salzkartoffeln serviert (entsprechend der Garzeit also die Kartoffelgröße anpassen).

Bon apetit!



 

6 Comments

  • Hoppla, Ihr habt ja meinen „versenkten Fisch“ mitgenommen. Scheint geschmeckt zu haben. Aber bitte, bitte keine Provinz-Kräuter dafür verwenden (für fast gar keine Malzeit, wie ich stets betone). Da ist (fast) immer auch Lavendel drin, der jeglichen Eigengeschmack des zarten Meeresgetier übertönt und am Ende schmecken alle mediterranen Gerichte gleich. Rosi und ordentlich Peter reichen – neben all dem anderen – völlig, und damit das Ganze auch eine gewisse dezente Frische bekommt (darf nicht nach Kaugummi schmecken!!) legt doch zwei/drei kleine Blättchen frische Minze dazu oder notfalls gaaanz wenig getrocknete zwischen den Fingern zerbröseln. Auf hoher See kann das auch ruhig mal die aus dem Teebeutel sein.
    Das wollt‘ ich ja mal nur jesacht haben ;))
    und grüße herzlichst
    Britta

  • Vielen Dank für die tollen Tipps! Werde einiges demnächst ausprobieren. Mit dem dünnen Spargel konnte ich bis jetzt noch nicht so viel anfangen. Wolfgang und Peter sind gestern aus Funtana abgereist. Er ist noch über Nacht in Riesa geblieben , denn die Rückreise war ziemlich anstrengend( viel Verkehr trotz Sonntag – Ferienbeginn )
    Heute kommt er nach Hause und da gibt‘s erstmal jede Menge zu erzählen!!!! Ich stehe in den Startlöchern für Ostern und danach für Kroatien. Haben noch 2 Termine Ende des Monats und dann geht es endlich los gen Süden. Habt eine schöne Zeit und schreibt so fleißig weiter ! Euer treuer Leser DORIS

    • Liebe Doris, wie schön, dass Du immer noch mitliest und schreibst!! Wir hoffen, Dir schmeckt es und dann:Freu Dich auf Funtana. Wir liegen gerade in den menschenleeren Kornaten an der einzigen Boje weit und breit und können es kaum fassen. 🌎⛵❤️ Ulli

  • Noch ein Tipp für Weltenbummler, die mit Wasser sparsam umgehen müssen und die Füße wund oder hornig gelaufen oder sonst ein Problem damit haben:
    Grundsätzlich Nudelwasser in für große Quanten ausreichendem Behälter auffangen/umgießen, ein paar Tropfen Olivenöl (ruhig auch den Rest aus der Salatschüssel) etwas (Meer)salz/Gischt 😉 dazu, Füße 10 Min darin baden (am besten noch warm) und ordentlich Zehen dabei bewegen. Abtupfen. Restl. Olivenöl vom Salatteller auf Nägeln und Haut verteilen, einmassieren, Socken an. Tut gut, riecht gut. Eine Recyclingmaßnahme ist’s noch obendrein.
    Herzliche Grüße an die Füße
    Britta

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