Anpacken

Plastikmüll sammeln. Dokumentieren, Greenpeace und die Behörden informieren und Dampf machen.

2019 – für uns ist die Sammelsaison eröffnet. Leider. Wir baden hier Jahr für Jahr im Plastikmüll. Dieses Jahr sammeln wir den Müll auch wieder in 120 Liter Säcken und in unseren 5 Liter Wasserkanistern. Dann entsorgen wir sie in den nächsten Mülltonnen (siehe unser Flyer weiter unten).

16. April 2019 Kornaten (bei Kravljacica / Insel Kornat)

Die Saison hat noch nicht begonnen und wir gehen davon aus, dass demnächst wesentlich mehr Plastikmüll auf den Kornaten zu finden sein wird. Am Ufer liegen viele Styroporstücke von Fischern im trockenen Gestrüpp oberhalb der Felskanten, darin auch wie immer -zig  unselige Plastikflaschen und Feuerzeuge verkeilt. Es geht mal wieder sehr schnell, einen 120 l Sack zu füllen.

9. April 2019 – Unije / Maracol-Bucht

 

Auf Unije … und ab in die Tonne!

Weder die Behörden noch die privaten Bojenfeldbetreiber scheren sich groß um den Plastikmüll in ihren herrlichen, unberührten Ankerbuchten. Irgendwelche Leute – wahrscheinlich sogar gut meinende Segler – entsorgen ab und zu sporadisch einen Haufen Plastik in irgendwelchen natürlichen Mulden – wo der Wind das Plastik natürlich gleich wieder durcheinanderwirbelt und in der gesamten Gegend verteilt. 

Wilde Plastikmüllhalde auf Unije HR (Podkujni-Bucht)

Zurecht verbietet die EU nun endlich:

Kunststoffbesteck (Gabeln, Messer, Löffel und Essstäbchen), Kunststoffplatten, Kunststoff-Strohhalme, Wattestäbchen aus Kunststoff, Plastikballonstifte, Oxodegradierbare Kunststoffe und Lebensmittelbehälter (die sich eben genau nicht komplett zersetzen) und Becher aus expandiertem Polystyrol (Hartschaum, Styropor).

– aber leider erst ab 2021!!! Wisst Ihr Abgeordneten eigentlich, wieviele Tonnen bis dann noch ins Meer gekippt werden?! Aber es sind ja vor allem wir und Millionen andere Menschen, die weiterhin unbekümmert ihren Plastikmüll oder ihre Zigarettenkippen aus dem Autofenster werfen oder volle gelbe Säcke unter Brücken ablegen oder sie millionentonnenweise nach Malaysia exportieren. 

Nach uns die Sintflut.

Wie wahr!

Heute haben wir in 30 Minuten so viele Deckel gesammelt wie wir zuhause in 2 Jahren nicht zusammenbringen. 

Deckel, Feuerzeuge und Wattestäbchen

Unseren Flyer haben wir auf Englisch übersetzt und kleben ihn nun entlang unserer Route dort an, wo Segler ihn und den Plastikmüll sehen könnten. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

2018 haben wir in nur zehn Tagen 5m³ eingetütet, das war schon viel. Unsere Idee ist es, nicht lange zu quatschen, sondern anzupacken. Gerade in einsamen Buchten, die nur wir Segler erreichen, haben wir den Müll in größeren Säcken eingesammelt und gut verzurrt bzw. weit genug an Land zu verstaut, dann die Position notiert und die zuständigen Behörden vor Ort freundlich informiert und gebeten, den Müll abzuholen. Mit Hilfe von Greenpeace Kraotien haben wir der Sache noch etwas mehr Nachdruck verliehen und anschließend in Deutschland ca. 100 Segelschulen und Vercharterer angeschrieben und ihnen u.a. diesen Flyer zugeschickt:

Allgemein war das Echo positiv und hoch, der DSV hat sogar über uns berichtet. (Die EU dagegen hat sich in vornehmes Schweigen gehüllt.) Es gibt viele großartige Initiativen, die auf Segler abzielen, wir erwähnen hier als Beispiel die “Gewässerretter”. 2018 war bestimmt ein gutes Jahr für das diesbezügliche Bewusstsein. So soll es bleiben, aber es muss schneller gehen!

2 Comments

  • Parabéns pela iniciativa!! São esses pequenos movimentos que ganham força e acabam fazendo toda a diferença, pois acredito que as pessoas vendo essas pequenas atitudes passam a se sentir motivadas em fazer também!! E assim, aos poucos, vamos fazendo a nossa parte, mostrando que é possível, sempre fazer algo pela conscientização do meio ambiente.

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