10. Juli 2019

Sensationell !

 

Der Monat Juli macht bis jetzt schon ordentlich was her!

Da war zunächst unser zweitägiger Aufenthalt im schönen Trogir. Von Solta kommend, legten wir während einer herrlich windigen Überfahrt bei 7 kn (allein mit der gerefften Genua!) mit leichtem Schaudern einige Gedenkminuten an unser Familien-Catamaran-Abenteuer von 2015 ein. Nach einem klasse Anlegemanöver bei 17 kn – rückwärts reinpreschen und bloß nicht den Wind von der Seite einfangen – machten wir am erstbesten Steg fest, zwischen etlichen riesigen Segelschiffen von Navigareyachting, einem Charterunternehmen, das allein über 90 Schiffe am Start hat.

Die Liegegebühren der kroatischen Häfen sind eh gesalzen, aber in der Hochsaison treiben sie einem ja die Tränen in die Augen! Vielleicht beabsichtigen die Kroaten mit ihrer Hochpreispolitik, ihre im Sommer total menschenüberfüllten Küsten wieder frei zu kriegen? Oder wollen sie sich zum exclusiven Reiseland für Europas Haute Volaute mausern?

Wir haben es trotzdem genossen: Großzügige und gepflegte Waschräume, eine Miele Waschmaschine hört, hört, … der witzige Kellner im Yachtclub Restaurant, und ein historisch bewanderter Wassertaxifahrer und dann natürlich die Altstadt von Trogir selbst mit ihren jahrhundertealten, wunderschönen Plätzen, filigranen Steinmetzarbeiten und Flaniermeilen.

Ohne Lydia machten wir uns dann auf die Rückreise Richtung Loviste. Da wir mit ihr zusammen das Ausbringen von Landfesten ausprobiert hatten, können wir uns jetzt auch zu zweit an sensationell schönen Plätzen festmachen, zum Beispiel hier in der Tatinja Bucht auf Solta.

Die Felsen fallen steil ins Wasser ab.

Zum Ankern mussten wir nah ran und dennoch betrug die Meerestiefe dort schon 10m. Wir wundern uns über andere Segler, die ihre Anker bei 20m einfach fallen lassen, sie nicht eindampfen und ihr Schiff auch gleich anschließend zum Restaurantbesuch in der Nachbarbucht verlassen. Chartersegler – das Schiff ist ihnen egal und sie haben vielleicht auch keine Vorstellung davon, was auch bei Flaute alles passieren kann.

Mit dem Reitgewicht zusätzlich abgesichert, schliefen wir hier jedenfalls wie in Abrahams Schoß.

Nachts regnete es einmal kurz. Danach roch es in der ganzen Bucht noch stundenlang sensationell gut und intensiv nach Kiefernöl und Rosmarin – der reinste Wellnessbereich. Einzige Einschränkung: Viele Wespen, sodass wir es vorzogen, unsere Mahlzeiten unter Deck einzunehmen. Sie kommen und gehen mit dem Sonnenlicht und nerven zum Glück nur, wenn es Essen gibt.

Ideal zum Runterspringen! Aus dem Alter für ein Heidi-Klum-reifes shooting sind wir ja glücklicherweise raus 😉 und so machte es einfach nur Spaß:

und Tauchen geht auch wieder wunderbar …

Die Rasohatica Bucht auf der Insel Scedro liegt gegenüber von Hvar, deren Hänge nach wie vor bis oben hin mit Wein bewirtschaftet sind. So schön muss es früher auch auf Peljesac ausgesehen haben. 

Scedro ist ebenfalls ein kleines Seglerparadies – wenn auch mit einer leichten Madagaskar-Note… :

Wir lagen vor Rasohatica

Und hatten ’ne Ratte an Bord.

Auf Deck spritzte das Regenwassa,

Und Blitze aller Ort.

Ahoi, Pascal, ahoi, ahoi!
Leb wohl, kleiner Trog, leb wohl, leb wohl.

Wir lagen zur vierten Stunde,

Kein Wind in die Segel uns pfiff.

Die Hitze war in aller Munde,

Dann trieb uns der Sturm Richtung Riff.

Ahoi, Pascal, …

Die Ratte, sie war die erste,

Sie aß von dem letzten Fraß.

Unser Vorhang gab ihr das Letzte,

Und Geert einen Schubs ins Nass.

Ahoi, Pascal, …

Und endlich dann nach zwei Tagen,

Da kam etwas Sonne in Sicht,

Jedoch nicht für lange

Und sah uns Leidende nicht.

Ahoi, Pascal, …

Schönes Wetter, wann seh’n wir uns wieder,

Schönes Wetter, wann kehrst Du zurück?

Und setzen zum Trunke uns nieder

Und genießen das ferne Glück.

Ahoi, Pascal, …

 

(*) Anmerkung des Dichterteams: Der Luftdruck wird in hPa (Hekto-Pascal) gemessen. Je höher desto besser im Sommer in Kroatien.

Die Ratte musste die TELL gegen 2.00 Uhr früh schwimmend verlassen und wir vergewisserten uns mit dem Suchscheinwerfer, dass sie das mit einem echten Affenzahn auch bewältigte! Gleich danach erwischten uns dann sensationelle Gewitterszenen. Nach dem vom Jugo verhagelten Monat Mai saßen wir also seit langem wieder mal nachts wach.

Mittlerweile hat uns Loviste wieder. Wir erwarten am Wochenende den Besuch eines Kaufinteressenten! Was wohl Loviste bedeutet?

Uschi und Walter besuchten uns an Bord und dann kam die Sensation der Woche: Die Meeresschildkröte, die wir bei unserem letzten Aufenthalt hier schon zufällig beobachtet hatten, schwamm direkt an die Mauer des Restaurants, wo wir zu Abend aßen.

Welch ein phantastisches, ehrfurchtgebietendes Schauspiel! Ihr Panzer misst sicher 80cm und sie dürfte ca. 60 Jahre alt sein. Dass wir ausgerechnet zu dieser Stunde dort waren – es erscheint uns allen immer noch ganz unglaublich, eine ganz besondere Gunst des Augenblicks.

Auch hier noch ein Nachtrag: Wir haben sie wieder bei eTurtle gemeldet und auch die Redaktion der Skippertipps newsletters /Kroatien gebeten, Wassersportler und Skipper auf sie aufmerksam zumachen.

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3 Comments

  • Es ist wirklich beeindruckend, was man von Euch hört und seht, da bekommt man glatt Reisefieber und möchte die Koffer packen. Die Altstadt von Trogir anzuschauen und auch das Erlebnis mit der Schildkröte, einfach toll. Auf ein Erlebnis Ratten stehe ich natürlich nicht so 🙂 Und die Bucht von Tatinja läd auch zum Träumen und Entspannen ein. Wunderschön .Suchbild Tell : 4. von vorne 🙂 Freuen uns schon auf den nächsten Bericht von Euch.Bis bald ,Gruß von den Landratten 🙂 Vera und Gerd

  • Hallo Ihr Lieben!
    Gelesen, kopiert und für den Ordner ausgedruckt.
    Wir sind wieder sehr angetan von dem super Bericht und den tollen Fotos. Ich freue mich für Euch, dass Ihr eine gute Zeit mit unserer Lydia hattet. Ein kleines bisschen bin ich neidisch auf die Erlebnisse mit der uralten Schildkröte. Das ist wirklich einmalig so etwas zu sehen. Auch alle anderen Schilderungen sind richtig interessant. Allerdings auf die Begegnung mit der Ratte kann ich gut verzichten.
    Für das Wochenende viel Erfolg! Sicher wird man bei diesem super
    schönen Schiff ins Staunen kommen.
    Wir wünschen Euch noch viele interessante Erlebnisse und bleibt gesund und seid ganz herzlich von uns beiden gegrüßt!
    Mama-Karin und Papa-Fritz

  • So langsam, Ihr Lieben, komme auch ich mal aus den Puschen und habe Euren letzten – sensationell(en) – Bericht nochmals in Ruhe studiert und mich darüber gefreut, dass es so auf die letzten Wochen hin doch noch einiges Schönes zu sehen und erleben für Euch gab. Jugo hin oder her, Ratte an Bord (die Umdichtung von „Wir lagen vor Madagaskar“ ist den Dichterfürsten wieder mal sehr gelungen), Urviehcher im Wasser, farbenfrohes Weichgetier vorm Schnorchel und gelegentlich Blitz und Donner – all das werdet Ihr vermutlich sehr schnell vermissen (ich übrigens auch!!) und bald ausschließlich die wundervollen Eindrücke und Erlebnisse in Erinnerung behalten. Und mit dem letzten Foto Deiner mutigen Sprünge von den Felsen, liebe Ulrike, kannst Du mit der schönen Heidi ganz gewiss Schritt halten, solltest dich jedoch glücklich schätzen eben kein VIP zu sein, sonst würde umsatzsteigernd auf jedem der Felsen ein Papparazzo der Yellow Press gehockt haben…;)

    http://www.insidersegeln.de/Tipps/Landleine.php – Das ist ja irre, wie kompliziert das alles werden kann, will manfrau in einer schönen Bucht „Land fassen“. Essen fassen scheint mir da weitaus entspannter ;))

    Also, auf ein Neues und liebe Grüße aus dem Bergischen Sommer

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